Kirche Stahl
St. Wolfgang und St. Luzia, Bitburg-Stahl

Mitten im alten Ortskern von Stahl, umgeben vom früheren Friedhof, steht unsere kleine spätgotische Filialkirche St. Wolfgang und St. Luzia. Sie ist seit Jahrhunderten ein vertrauter Ort des Gebets — und seit Sommer 2023 auch ein kleiner kunsthistorischer Schatz.
Die Hl. Messe wird dienstags im 14tägigen Rhythmus gefeiert.
Eine lange Geschichte
Schon im Jahr 1426 wird in Stahl eine Kapelle erwähnt. Aus dieser Zeit stammt vermutlich noch das Untergeschoss des Turms, das heute als Sakristei dient. Das eigentliche Kirchenschiff wurde 1752 errichtet. Nach einer umfassenden Renovierung im Jahr 1996 wurde St. Wolfgang und St. Luzia im darauffolgenden Jahr offiziell als Kulturdenkmal anerkannt. Eine erneute, umfangreiche Renovierung wurde erforderlich nach dem Hochwasser 2021 – heute erstrahlt die Kirche in Stahl in neuem Glanz, mit modernster, für das Bistum Trier erstmals umgesetzter, innovativer Kombination aus Beleuchtung und Infrarotheizung sowie Sitzbank-Beheizung.
Unsere Schutzpatrone
Die Kirche ist den Heiligen St. Wolfgang und St. Luzia geweiht.
Wolfgang von Regensburg war Missionar und wurde 972 zum Bischof von Regensburg geweiht. Dort gründete er eine Domschule mit Chor, aus dem die heutigen „Regensburger Domspatzen“ hervorgingen. Er ist Schutzpatron der Bildhauer, Holzarbeiter, Zimmerleute, Schiffer und Hirten und soll zur Gesundung von erkranktem Vieh verhelfen. Sein Gedenktag ist der 31. Oktober.
Lucia von Syrakus ist eine frühchristliche Heilige, geweihte Jungfrau und Märtyrerin, die als Christin verfolgt und später mit einem Schwertstich getötet wurde. Andere Legenden berichten auch, dass man ihr die Augen herausgerissen hat. Sie ist Patronin der Armen, Blinden und kranken Kinder.
Der Gedenktag der Hl. Luzia ist der 13. Dezember.
Stahl
Baugeschichte
Die Errichtung einer Kapelle in Stahl ist für das Jahr 1426 überliefert hiervon stammt wahrscheinlich noch das Untergeschoss des Turmes, das heute als Sakristei genutzt wird. Das Kirchenschiff ist ins Jahr 1752 datiert. Sie wurde 1996 renoviert. Dabei wurden alte Malereien sowie im Sockelbereich farbige Keramikfliesen in historischem Dekor des 19. Jahrhunderts freigelegt.
Kunst
Der neuromanische Hochaltar, ein hölzerner Tabernakelaltar, erinnert in den Details seiner Architektur an spätromanische Reliquienschreine und ist wie die dazugehörenden Figuren um 1900 entstanden.
Die vier Rundbogenfenster des Kirchenschiffes stellen in einer wertvollen Buntglasmalerei die Schutzpatrone St. Wolfgang, St. Lucia, ferner St. Wendelinus und die heilige Muttergottes mit dem Jesuskind dar.
1997 wurde die Kirche als Kulturdenkmal anerkannt.
Ein Fund unter dem Putz: Mittelalterliche Wandmalereien
Im August 2023 hat der Trierer Restaurator Dr. Thomas Lutgen im Auftrag des Bistums Trier das Tonnengewölbe der heutigen Sakristei — also dem ältesten Teil unserer Kirche — vorsichtig freigelegt. Was dabei zum Vorschein kam, ist beeindruckend: gotische Wandmalereien, die viele Jahrhunderte unter Kalk verborgen lagen.
Zu sehen sind unter anderem:
- ein Bischof mit Mitra und Bischofsstab in der östlichen Wandnische,
- ein Heiliger vor einem Kirchengebäude in der westlichen Wandnische,
- die Evangelisten Johannes (als Adler) und Markus (als Löwe) auf dem Gewölbe,
- eine kleine Szene mit einem Mönch mit Tonsur vor einer Tumba und einer gekrönten Gestalt — vermutlich Maria.
Die Malereien geben einen seltenen Einblick in die Frömmigkeit und Bildwelt unserer Vorfahren — und machen St. Wolfgang und St. Luzia in Bitburg-Stahl zu einem ganz besonderen Ort.
